Die Geschichte der

Als am 17. August 1897 die Maggi GmbH ins deutsche Handelsregister eingetragen ahnten einige schon, daß diese Firma, die in Singen mit 8 Mitarbeitern begann, ein Stück deutsche Wirtschaftgeschichte werden würde.

Gegründet wurde diese Firma von Michael Johannes Julius Maggi, der am 9. Oktober 1846 in Frauenfeld in der Schweiz geboren wurde. Er war der Sohn eines wohlhabenden Mühlenbesitzers und es scheint, als habe er das unternehmerische Geschick schon in die Wiege gelegt bekommen, da er bereits mit 21 Jahren stellvertretender Direktor einer Budapester Mühle war. 1869 kehrte er in die Schweiz zurück und übernahm dort die Kempthaler Mühlengesellschaft seines Vaters. Bald folgte der wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufstieg Maggis.
Sein Durchbruch sollte aber erst 1886 gelingen. Nach schweren Krisen und dem Einsetzen der industriellen Revolution waren viele Menschen verarmt. Auch war das ganze Leben im Umbruch. Fabriken entstanden, die Menschen arbeiteten hart und viel, doch die gesunde Ernährung kam dabei zu kurz. Maggi, der auch eine soziale Ader besaß, begann 1882 mit eiweißreichen Hülsenfrüchten zu experimentieren, den sogenannten Leguminosen. 1886 gelang es ihm dann, aus Leguminosenmehl die erste kochfertige Suppe der Welt herzustellen. Ebenfalls 1886 gelang ihm dann die Erfindung seines wohl bekanntesten Produktes: Maggi's Suppenwürze.
1887 gründete er jenseits der Schweizer Grenze, hier in Singen, eine deutsche Niederlassung. Die Wahl war glücklich, denn Singen war schon seit 1863 an das Eisenbahnnetz angeschlossen und damit ein wichtiger Eisenbahnschnittpunkt. In Singen waren anfangs 8 Mitarbeiter/Innen beschäftigt, die "Maggi's Würze" in die Flaschen füllten. 1899 begann man dann sogar mit der Eigenproduktion der Würze, vorher war diese nur in Singen abgefüllt worden. Das Werk in Singen wuchs und wuchs, und überstand zwei Weltkriege. 1945 wurde sogar die gesamte Verwaltung von Berlin nach Singen verlegt, weil die Verwaltungsgebäude in Berlin im Krieg zerstört wurden.

1947 verschmolz dann die Maggi-Unternehmungen AG (Schweiz) mit der Nestlé AG zur Nestlé Alimentana AG mit Sitz in Vevey/Schweiz. Damit war der weitere Aufstieg und das weitere Wachstum des Singener Werks besiegelt. 1952 erfolgte die Einführung einer weiteren Produktschiene, die Suppe in der Silber-Doppelpackung. Durch diese neue Produktlinie und die Steigerung der Absatzzahlen wurde das Singener Werk bald zu klein und ein Teil der Produktion wurde nach Lüdinghausen im Münsterland verlegt. In Singen wurde 1958 die Produktion von Ravioli in Dosen und 1960 die Suppenproduktion in Dosen aufgenommen. In den folgenden 30 Jahren wurde das Werk großflächig erweitert und ein kompliziertes Geflecht von Produkt- und Rohmitteltransporten zwischen den Werken Kemptal, Lüdinghausen und Singen aufgebaut. 1995 dann wurde das neue Hochregallager und das Verteilzentrum in Betrieb genommen.

Heute werden in Singen folgende Produkte hergestellt: 1. Trockenprodukte (Suppen, Soßen, Trockenfertiggerichte, Bouillons und Würzmittel: 41000 Tonnen pro Jahr); 2. Flüssige Würzmittel (Flaschenwürze "Maggi-Würze", Feine Speisewürze für Großverbraucher: 9000 Tonnen pro Jahr); 3. Sterilisierte Produkte (Ravioli, Eintöpfe, Menüs in Ein- und Mehrkammerschalen: 48000 Tonnen pro Jahr).

Damit zeigt sich die wirtschaftliche Schlagkraft dieses Weltunternehms mittem im Herzen des Hegaus. Maggi-Produkte werden weltweit vertrieben und können fast überall auf der Welt gefunden werden. Nicht umsonst hat sich einer der berühmtesten Künstler der Welt, Andy Warhol, nur an zwei berühmten Flaschen der Welt versucht: Der Coca-Cola-Flasche und der Maggi-Flasche.

Bleibt nur noch zu hoffen, daß Singen noch lange eine "Weltstadt mit Herz" bleibt: Weltstadt durch die Maggi, denn Herz haben die Einwohner Singens sowieso.